Depression

Bis heute werden lediglich zehn Prozent der Betroffenen adäquat und ausreichend behandelt. Das muss sich ändern.

Die depressiven Erkrankungen gehören zu den weltweit schwerwiegendsten und bedeutendsten Krankheitsbildern. Sie betreffen in ihren unterschiedlichen Ausprägungsformen bis zu 20 Prozent der Bevölkerung. Das Denken, die Gefühle, der Körper, die sozialen Beziehungen – kurzum das ganze Leben – sind beeinträchtigt.

Trotz ihrer enormen Bedeutung wird die Depression häufig nicht erkannt oder aber nur unzureichend behandelt. Dies verursacht großes Leid und Verlust an Lebensqualität für die Betroffenen und deren Angehörige.

In den vergangenen Jahren ist zudem klar geworden, dass die Depression eine chronische Stressfolgeerkrankung ist, daher auch die Bezeichnung Stress-Depression. Sie ist ein Risikofaktor für das Auftreten anderer schwerwiegender Volkskrankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Osteoporose, Demenz und Diabetes. Eine unbehandelte Depression kann die Lebenserwartung verkürzen.

Die Depression ist eine schwere, aber behandelbare Erkrankung. Die Fortschritte der vergangenen Jahre ergeben ein neues und umfassenderes Bild der Behandlungsmöglichkeiten der Depression: Wichtig ist die nachhaltige, wissenschaftlich fundierte und spezialisierte psychotherapeutische und medikamentöse Therapie der Depression, die zur Komplettheilung führt. Denn unvollständig behandelte Patienten mit Restsymptomen erleiden zu 80 Prozent einen Rückfall. Bei der Erhaltungstherapie zur Vorbeugung von Rückfällen werden die Patienten nach Rückbildung der Krankheitssymptome mindestens sechs Monate lang begleitet.

Je häufiger depressive Phasen in der Vorgeschichte aufgetreten sind und je schwerer sie waren, desto zwingender ist eine Langzeittherapie, das heißt die therapeutische Begleitung des Patienten über die Zeit der Erhaltungstherapie hinaus.


München.tv: Thema Depression

In Deutschland leiden über fünf Millionen Menschen an Depression. Depression ist eine schwerwiegende Krankheit. Im Rahmen der Sendereihe „Motivation Gesundheit“ hat sich Dr. Erich Lejeune mit Prof. Dr. Dr. Martin Keck über das Thema unterhalten.


Depression bei Krebserkrankungen – Psychoonkologie – und neurologischen Erkrankungen

Der Fachbegriff „komorbide psychische Störung“ bedeutet, dass es im Rahmen einer körperlichen Erkrankung zu einer zusätzlichen erheblichen psychischen Belastung kommt.

Meist handelt es sich dabei um Ängste und Depressionen. Bei onkologischen Patientinnen und Patienten, also Krebspatienten, ist bekannt, dass dies mindestens 30 % betrifft. Dies hat enorme Auswirkungen auf die Lebensqualität, auch des sozialen Umfeldes, wie z.B. der Familie. Auch im Bereich der Neurologie ist bekannt, dass es bei einem Drittel bis zur Hälfte der Patienten zu erheblichen psychischen Begleitstörungen kommt. Bei Schlaganfall, Multipler Sklerose, Migräne oder Parkinson sind sogar bis zu 60 % der Patienten betroffen. Dies ist besonders fatal wenn man bedenkt, dass eine unbehandelte Depression umgekehrt das Risiko für einen Schlaganfall oder eine Demenz verdoppelt. Neben Ängsten und Depressionen kann es, zum Beispiel nach Unfällen mit Schädelhirntrauma, auch zu sogenannten posttraumatischen Belastungsstörungen kommen – diese werden häufig übersehen. Die psychischen Begleiterkrankungen haben enorme Auswirkungen auf Lebensqualität, die Rehabilitation der körperlichen Erkrankung und sie können auch die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit erheblich beeinträchtigen.


Funktionelle neurologische Störungen

Häufig treten bei neurologischen Erkrankungen wie z.B. Schädel-Hirn-Traumata oder Multipler Sklerose oder Parkinson Begleiterkrankungen auf (so genannte Komorbiditäten). Da Krankheiten, Unfälle und andere persönliche Schicksalsschläge tiefgreifende Veränderungen im Leben der Betroffenen als auch ihres Umfeldes verursachen, kommen insbesondere psychische und körperliche Beschwerden hinzu. Hierbei handelt es sich zumeist um depressive Beschwerden und Ängste. Oft ist das Selbstwerterleben betroffen und führt zu sozialer Isolation. Bei rund der Hälfte aller Patienten mit neurologischen Erkrankungen treten komorbide psychische Störungen auf.

Zu unterscheiden sind diese von den funktionellen neurologischen Störungen, diese werden auch dissoziative Störungen genannt. Bei ihnen handelt es sich um neurologische Beschwerden, die (noch) nicht durch eine bekannte körperliche neurologische Erkrankung erklärt werden können. Man nimmt hier sogenannte funktionelle Veränderungen bei unveränderter Struktur des Gehirns und der Nerven an. Manchmal spielen psychische Faktoren eine Rolle, aber nicht immer. Eine funktionelle neurologische Störung kann unterschiedliche Körperregionen betreffen und unterschiedliche Beschwerden hervorrufen. Einige Patienten haben Lähmungserscheinungen, andere leiden an unwillkürlich auftretenden Bewegungen oder an Schwindel. Funktionelle neurologische Störungen treten ebenfalls häufig auf; rund die Hälfte ist durch einen chronischen Verlauf gekennzeichnet.


Zum Patientenratgeber Depression, zum Magazin 10 Jahre Münchner Bündnis gegen Depression e. V. und zur Informationsbroschüre Depression – Hilfsangebot in München geht es unten.

                   


Nützliche Links:

Maßgeschneiderte Behandlung einer Volkskrankheit

Trotz Depressionen zu „Big Brother“

Lichttherapie für die Seele

Münchner Bündnis gegen Depression